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Herzlich willkommen bei den Pilzen Baden-Württembergs!

Speisepilze gehören wohl schon seit Jahrhunderten auch in Baden und Württemberg zu beliebten Sammelobjekten. Besonders in Kriegs- und damit Notzeiten wurden sie als zusätzliche Nahrungsquelle empfohlen und genutzt.

Ein erstes illustriertes Buch über Pilze brachte Johann Simon Kerner 1786 in Stuttgart heraus.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die mykologische Forschung einen großen Aufschwung, vor allem durch die Arbeiten von Anton de Bary an der Universität in Freiburg.
1894 und 1896 kamen die „Beiträge zur Pilzflora von Württemberg“ von Kirchner und Eichler heraus.

1918 erfolgte in der naturkundlichen Zeitschrift „Kosmos“ ein Aufruf zur Bildung einer  gesamtdeutschen Vereinigung der Pilzfreunde. Gründer und erster Vorsitzender dieses deutschlandweiten Vereins mit Sitz in Stuttgart war der Lehrer Wilhelm Obermeyer in Stuttgart-Gablenberg. Aus dieser Vereinigung ging 1930 der „Verein der Pilzfreunde Stuttgart“ (www.pilzfreun.de) hervor, der heute der mitgliederstärkste regionale Pilzverein Deutschlands ist.

1921 wurde die DGfM als „Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde“ in Karlsruhe gegründet, wo sie noch heute ihren Sitz hat. Im gleichen Jahr brachte der Karlsruher Professor Ludwig Klein ein Büchlein zum Thema „Gift- und Speisepilze und ihre Verwechslungen“ heraus.

Baden-Württemberg ist ein Land der Mykologen: Nach dem 2. Weltkrieg machte sich vor allem Dr. Hans Haas, Stuttgart-Hohenheim, einen Namen als Mykologe. Aus der Schule von Prof. Franz  Oberwinkler in Tübingen ging eine ganze Reihe von Mykologen hervor.

1962 wurde von Max Hetzel in Hornberg die „Schwarzwälder Pilzlehrschau“ gegründet, in der seit 1973 bei Rose Marie Dähncke und ab 1981 bei Walter Pätzold unzählige Pilzfreunde die Prüfung zum „Pilzsachverständigen“ abgelegt haben. Seit 2015 leitet nun Björn Wergen das Pilzzentrum Hornberg, diese älteste Lehr- und Ausbildungseinrichtung für Mykologie in Deutschland. 

German J. Krieglsteiner in Schwäbisch Gmünd forcierte als Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Mykologie die Kartierung in Deutschland und brachte als Ergebnis die drei Bände der „Verbreitungskarten der Großpilze in Deutschland“ und die fünf Bände „Großpilze Baden-Württembergs“ heraus. Hans Otto Baral in Tübingen ist ein weltweit anerkannter Spezialist für inoperkulate Ascomyzeten.

Neben dem großen Stuttgarter Pilzverein sind noch folgende Pilzvereine und mykologische Arbeitskreise in Baden-Württemberg aktiv:

  • Bad Mergentheim: Arbeitskreis Mykologie Taubergrund 
  • Biberach an der Riss: Biberacher Pilzstammtisch
  • Ehingen (Donau): Ehinger Pilzinteressierte
  • Emmendingen: Mykologischer Arbeitskreis Südbaden
  • Forbach: Pilzkreis Forbach 
  • Freiburg: PRO PILZ-Team Breisgau und Arbeitsgemeinschaft Pilzkunde Freiburg
  • Friedrichshafen: Pilzkundliche Arbeitsgemeinschaft Friedrichshafen
  • Heilbronn: Verein der Pilzfreunde Heilbronn e. V.
  • Hornberg im Schwarzwald: Mykologischer Arbeitskreis Mittlerer Schwarzwald
  • Karlsruhe: Arbeitsgruppe Pilze im Naturwiss. Verein Karlsruhe. (http://www.pilze-karlsruhe.de
  • Mannheim: Mykologischer Arbeitskreis Rhein-Neckar e.V. (www.mak-rn.de),
  • Schömberg: Pilz- und Wildkräuterfreunde Schömberg e.V.
  • Schwäbisch Gmünd: AG Mykologie Ostalb, Naturkundeverein Schwäbisch-Gmünd
  • Südbaden: Mykologischer Arbeitskreis Südbaden
  • Tuttlingen: Verein für Pilzkunde Tuttlingen (http://www.pilze-tuttlingen.de)
  • Überlingen: Pilzfreunde Überlingen e.V. (www.pilzfreunde-ueberlingen.de) und Pilzkundlicher AK Überlingen  (www.pilzkundlicher-arbeitskreis-ueberlingen.de)
  • Ulm: Arbeitsgemeinschaft Mykologie Ulm e.V. - AMU (http://www.amu-pilze.de

Diese Pilzvereine führen regelmäßige Treffen, Pilzführungen, Pilzausstellungen und Pilzberatungen durch.

Mitglieder der Pilzvereine und eine Reihe von einzelnen Pilzfreunden kartieren ihre Pilzfunde
in der Online-Pilzkartierung (brd.pilzkartierung.de), in MykIS (http://www.tomentella.de/Pages/Mykis.htm) oder in anderen Programmen.

Seit 1965 bringt der „Verein der Pilzfreunde Stuttgart e. V.“ zweimal im Jahr die über den Verein hinaus bekannte „Südwestdeutsche Pilzrundschau“ heraus.

2004 brachte der „Verein für Naturwissenschaft und Mathematik“ Ulm das Buch „Die Pilzflora des Ulmer Raumes“ von Manfred Enderle heraus. In Buchform, auf DVD und als E-Book hat Enderle seine Funde und die Funde der Mitglieder der AMU veröffentlicht (www.manfred-enderle.de). 

Die systematische Kartierung der Region um Ehingen an der Donau haben vor einigen Jahren Jürgen Marqua und Christian Fischer begonnen. Die Ergebnisse veröffentlichen sie auf der Website www.pilzflora-ehingen.de. Dort findet man ausführliche Pilzportraits, Beschreibungen, Bestimmungshinweise, Makro-, Mikrofotos oder Zeichnungen von mehr als 1000 heimischen Pilzarten sowie Flechten, zahlreiche Rasterkarten mit eingetragenen Fundpunkten, Portraits von charakteristischen Biotoptypen sowie eine kommentierte Linkliste.   

Die in Baden-Württemberg kartierten Funde werden bislang von den Regionalkoordinatoren Dagmar Gödert (Baden-Württemberg Nordwest), Uwe Winkler (Baden-Württemberg Süd) und Karl Keck (Baden-Württemberg Südost) gepflegt.